Termine

Termin: 22.01. Oberhausen

Geschichte, Gegenwart und Perspektiven antideutscher Kritik

Am Samstag, den 20. Januar 2007 veranstaltet die Gruppe RAR in Zusammenarbeit mit der Bildungscooperative Oberhausen e.V. (BIC) eine Vortragsreihe, welche sich mit den historischen und inhaltlichen Entwicklungen, sowie den Brennpunkten der antideutschen Strömung befasst.

 

Um 13 Uhr referiert Stephan Grigat zum Thema:
German Djihad - deutsch-amerikanische Beziehungen seit 1945

Um 15 Uhr referiert Stephan Grigat zum Thema:
Nie wieder Deutschland - Woher kommen und was wollen die Antideutschen?

Um 17 Uhr referiert Bastian Assion zum Thema:
Aufstand der Anständigen - Antifaschismus als konformistische Rebellion

Die Veranstaltung findet in der Bewegungshalle des Druckluft Oberhausen' (Am Förderturm 27) statt.
Aus Kostengründen erheben wir einen Unkostenbeitrag in Höhe von 2€ (alle Veranstaltungen enthalten).

Weitere Informationen, sowie Ankündigungstexte finden sich auf: http://www.antifa-rar.tk

1 Kommentar 21.12.06 11:49, kommentieren

Termin: 22.01. Duisburg

Warenfetisch und Kulturindustrie
Vortrag und Diskussion mit Christoph Hesse (Rote Ruhr Uni, Bochum)


In der bürgerlichen Gesellschaft herrscht Marx zufolge die tote Arbeit über die lebendige. In der Kulturindustrie wird gleichsam die tote Arbeit selber zum Leben erweckt, um die Konsumenten, als welche ihr die Produzenten nach Feierabend gegenübertreten, in lebende Leichen zu verwandeln. Die Produkte der Kulturindustrie demonstrieren auch den über Hunger und Elend Erhabenen, was Marx gemeint hat, als er über die modernen Erfindungen sagte, „daß sie materielle Kräfte mit geistigem Leben ausstatten und das menschliche Leben zu einer materiellen Kraft verdummen.“
Die Kulturindustrie, forderten Horkheimer und Adorno, müsse ernster genommen werden, als sie es von sich aus möchte. Daran ist nicht zu zweifeln: immer weitere Bereiche der kapitalistischen Produktion haben sich seither der „Kultur“ verschrieben, den „notwendigen Überflüssigkeiten“ (Balzac), die indes zu den Notwendigkeiten einer Produktionsweise gehören, die ohne solcherart Überfluß gar nicht existieren könnte. Notwendig sind diese Produkte nicht nur als Waren, deren Absatz die Akkumulation des Kapitals befördert, sondern im besonderen auch als „Kulturgüter“. Durch deren Konsum erst bewähren sich die Menschen als Mitglieder der Gesellschaft, die in ihrem sogenannten Überbau bisweilen ebenso gnadenlose Anforderungen stellt wie an der materiellen Basis, an der jeder einzelne außer seinem täglichen Brot auch das Geld für seine kulturellen Selbstentwürfe zu verdienen gezwungen ist. Indem er diese ihm eingeräumte Freiheit ausfüllt – die wie die freie Lohnarbeit längst zur Verpflichtung geworden ist, „was aus sich zu machen“ –, trägt er in doppelter Funktion dafür Sorge, daß ein Produktionsverhältnis, in dem man ihm selbst das Brot täglich wegzunehmen droht, sich am Leben erhält. Der Konsument betätigt sich zugleich als Ideologe seines eigenen Verhängnisses.
Wenn die Kritik der Kulturindustrie weder als Entrüstung der kultivierten Bürger über den Verlust ihres Privilegs noch als schlichte Priestertrugstheorie verstanden, sondern als eine an Marx orientierte Kritik der kapitalistischen Kulturwarenproduktion ernst genommen werden soll, stellen sich allerdings Fragen, auf die man bei Adorno selbst keine Antworten findet. Einer davon, nämlich der nach der Bedeutung des Warenfetischs in der Kritik der Kulturindustrie, soll in diesem Vortrag nachgegangen werden.

Christoph Hesse hat Film- und Fernsehwissenschaft, Germanistik und Philosophie studiert. Im Frühjahr 2006 erschien von ihm das Buch „Filmform und Fetisch“ im Aisthesis Verlag, Bielefeld.



Mo., 22.01.2007, 20.00 Uhr

Kulturzentrale HundertMeister Duisburg, Dellplatz 16a

Eintritt frei

http://www.antifa3d.de/

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