Ein Nachtrag

Bevor ich um der dämlichen Zeichenbegrenzung vom MyBlog zu entgehen beim Hin- und Herkopieren von Textfragmenten wahnsinnig werde, widme ich der ausführlichen Antwort von "Gute Fee" und den leider bloß teilweise dargestellten Antworten von "Flo" auf meinen Beitrag "Es wird eben gelogen, gelogen, gelogen, ohne Ende" einen eigenen Eintrag. Ich bitte zu entschuldigen, dass ich den Text, den ich außerhalb des MyBlog-Editors verfasst habe nun nachträglich nicht mehr zu einem zusammenhängenden Beitrag ausarbeite.

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@flo: die zeichenbegrenzung hat mir selbst schon zu schaffen gemacht, einfluss darauf nehmen kann ich meines wissens nach nicht. ich werde externe zitate aus platzgründen wegkürzen.

"Polemisch , guter Aufmacher, den Wetmüller zu zitieren und es als "Lüge" zu bezeichnen, wenn ein anderer Mensch das unsägliche Zitat mit einem anderen Bahamas Text, zwei Ausgaben später, verwechselte."

reichlich verwunderlich unter der bedingung, dass die person selbst meinen hinweis, dass es falsch ist, noch zum anlass genommen hast, es insoweit zurechtzurücken, dass es ins eigene bild passt und selbst den gefolgten hinweis, dass die redaktion bahamas überhaupt nicht der menschenschlag ist, der texte nachträglich verändert widerum zur feststehenden behauptung genutzt hast, sie hätte das in jedem fall getan. da drängt sich doch der verdacht auf, dass sie wider besseres wissen gesprochen hast, oder?

"Die inhaltiche Kritik wird dadurch nicht nichtig, nur weil das "schlechte Sex"-Zitat nicht in der "Infantilen Inquisition" stand, sondern im Otto Zeiger Text, der mal viel klarer formuliert, dass es sich bei der Vergewaltigung eigentlich nur um schlechten Sex handelte. Herzlichen Glückwunsch."

mal rein hypothetisch: wenn die phase 2 berlin in der phase2 einen artikel veröffentlichen würde, indem sie sagen würde, dem kapital ist nur durch klassenkampf beizukommen und ein dreiviertel jahr später die antifa(f) schreiben würde, man müsse kapitalisten womöglich im verlaufe der revolution an die laterne hängen: was wäre dann über die phase2 ausgesagt? richtig, nicht viel.

"Bei der inhaltlichen Kritik an der Bahamas ist es unerheblich, welcher Autor ansich, diese Zitat gebracht hat, vielmehr geht es darum, dass zum einen ein weitergehender Kritik-Text im Anschluss an die "Infantile Inquisition" nicht veröffentlich wurde, aber Zeigers "dümmlich, Bildniveau"-Abriss, der aufzeigt, wie doch alles wirklich ist."

achso ist das, das hieße also - um beim beispiel zu bleiben - dass im grunde genommen, eigentlich, wirklich, die phase2 zum kapitalistenaufhängen mobilisiert. das alles "wirklich" so sei, wie es dir passt und du nicht einmal bereit bist, einzugestehen, dass der vorwurf, die redaktion bahamas würde vergewaltigung als "schlechten sex" bezeichnen schlicht und einfach so nicht stimmig ist.

 

@"Gute Fee"

"Schön das du deinen Artikel mit der Unterstellung beginnst, dass ich gelogen habe und damit beendest, dass es hier um nichts anderes als "Antideutschenbashing" ginge."

du hast auf den zweimaligen(!) hinweis, dass es nicht stimmt, behauptet, die bahamas hätte ihren text nachträglich verändert und hast nicht einmal einsehen wollen, dass es der printversion zu entnehmen ist, dass es nicht stimmt: ich halte dich nicht für blöd, also urteile ich dementsprechend. und das es um nichts anderes ginge als um antideutschenbashing hat außer dir auch niemand - zumindest nicht ich - behauptet: "Dies seien bloß zwei nachträgliche Korrekturen, die die inhaltliche Ebene der "Definitionsmacht"-Diskussion natürlich rein gar nicht berühren und dies auch gar nicht sollen."

"Das du den Inhalt nicht berühren willst, soll in Anbetracht deiner Äusserungen auch nicht weiter verwundern. Das die Diskussion, auf die du dich hier beziehst,nämlich durchaus inhaltlicher Natur war lässt du bewusst aussen vor."

was meinte ich denn dann mit der "inhaltliche[n] Ebene der "Definitionsmacht"-Diskussion"?

"Stattdessen wird der Artikel zum Paradebeispiel paranoider Antideutscher, die bei einem Angriff auf ihre identitätsstiftende Szenepostille gleich meinen, man hätte es
hier mit "Antideutschenfressern" oder "antideuschen Antideutschenfressern" zu tun."


wenn die "angreifer" der "identitätsstiftenden szenepostille" merkwürdigerweise fast ausnahmslos ihre antideutsche position anhand der negativfolie "bahamas" zusammenkleistern und dann zumeist noch recht eng mit den traditionsantideutschenfressern auf tuchfühlung stehen, dann ist das doch eine nicht ganz abwegige annahme, right?

"Ein Wunder, dass man nicht gleich als Antisemit und/oder Feind Israels denunziert wird."

stimmt, ein "wunder". wo "man" doch sonst immer "gleich" als "antisemit und/oder feind israels" "denunziert" wird wenn es um etwas völlig anderes geht.

"Weiter aber erstmal mit einem Eingeständniss: Ja, ich habe die "Infantile Inquisition" von Justus Wertmüller und Uli Krug in Bezug auf das "schlechter Sex" -Zitat mit dem in selber Zeitschrift veröffentlichten "Bandenkrieg um die
Villa Kunterbunt" von Otto Zeiger verwechselt. Da es bei der Diskussion kurze Zeit um dieses Zitat ging und du es nicht kanntest,..."


ich habe nicht gesagt, dass ich es nicht kannte - ich habe sogar betont, dass ich von einem abschnitt aus einem anderen(!) text wüsste indem die wortkombination auftaucht - sondern, dass es in dem text mit unumstößlicher sicherheit - ich sagte, dass ich ihn vor nicht einmal einer woche gelesen habe - nicht zu finden ist.

"... habe ich die Vermutung geäussert, dass wir da eventuell zwei unterschiedliche Versionen des Textes gelesen haben könnten."

für eine vermutung warst du aber beachtlich laut und selbstsicher.

"Dieser Umstand ist ja jetzt aufgeklärt, hat aber für dich keine Konsequenzen."

doch, hat es. z.b. demnächst mal den text von otto zeiger lesen.

"So geht es nicht darum, das die Verharmlosung einer Vergewaltigung als schlechter Sex eben doch in der Bahamas veröffentlich wurde, nein, dir geht es hier um Ehrenrettung für Wertmüller und Krug,"

ich habe in dem text doch gar nicht über wertmüller und krug geredet ( "Man mag von diesen Zeilen halten, was man möchte" ) sondern über deine behauptung.

"indem du feststellst, dass selbst "wenn" dem so wäre, es ja immerhin nicht von oben genannten Autoren käme. Als wäre die Redaktion Bahamas nicht für die Veröffentlichungen in ihrer Zeitschrift in die Verantwortung zu nehmen. In welchem Artikel
besagtes Zitat nun also wirklich steht ist im Grunde scheißegal. "


stimmt, es wäre egal, wenn solche fehlannahmen - die ich getrost als irrtümer abschreiben würden - nicht immer und immer wieder dazu dienen würden, eine generalabrechnung mit der bahamas aufzuziehen, völlig ungeachtet der tatsache, dass es wohl kaum eine zeitschrift gibt, die sich nicht durch einzelartikel erledigt haben könnte. aber darum geht es eben bei der beurteilung nicht sondern um das zusammenbasteln einer politischen identität und das ist meine kritik.

"Das du nicht feststellen kannst, das die Redaktion eine Vergewaltigung verharmlost soll auch nicht weiter verwundern, stützt sich deine Erkenntniss und die der Autoren eben auf ein Gerücht, wie es gewesen sein soll, und nicht auf die klare Äusserung des Opfers: (...)"

stimmt, in dieser hinsicht habe ich mich auch an dem artikel gestört: krug und wertmüller kritisieren, dass das subjektive empfinden einer vergewaltigung in politische zusammenhänge erhoben wird und die daraus erwachsenden folgen, aber versuchen sich gleichermaßen selbst in einer defintion. das ist mehr als inkonsequent. darüber, "eingestandenen Unsicherheiten", die sie sich und z.b. den vertretern der ollafa zugute halten eine verniedlichung von vergewaltigung zu entnehmen, mag man dann auch noch mal diskutieren.

"Aus der ganzen Sache wird nichts weiter, als ein unglücklicher Abend zweier ehemals Verliebter, die sich im Eifer des Gefechts etwas übernommen haben und mit einem "Kater" aufwachen. Wem die Redaktion, und du, hier glauben schenken, ist mehr als klar. Und wird noch deutlicher. (...)"

as i said, darin liegt eine inkonsequenz in der argumentation und das mag problematisch, falsch und kritikwürdig sein. das haben andere aber nichtsdestotrotz vernünftiger formuliert, als es von jenen seiten kommt, die in folge dieses artikels eine veranstaltung gestört und attackiert haben (http://www.redaktion-bahamas.org/aktuell/volkszorn.htm) bzw. diesen artikel zum anlass nehmen, von "postantideutschen" zu sprechen, die "vergewaltigung verniedlichen". vernünftige kritik - und trotzdem nicht der weisheit letzter schluss - klingt dann z.b. so: http://www.conne-island.de/nf/75/26.html

"Aus dem ‚Lust machen‘, das schon in der Aussage des Opfers in Anführungstriche gesetzt ist und damit wohl eher als eine wieder aufgegriffene Äusserung des Täters zu verstehen ist, wird kurzerhand eine Lustfeindschaft, mehr noch, das
gute alte Klischee der Frau die "nein" sagt, aber "ja" meint wird auch gleich mit verwertet. Wenn man nur hartnäckig genug ist, dann kann aus dem "nein" eben doch noch ein "ja" werden. Was von Wertmüller und Krug hier noch subtil formuliert
wird, bringt Zeiger auf den Punkt."


es wird nicht aus dem "nein" der frau eine lustfeindschaft sondern aus den reaktionen der politischen linken, die glauben, durch den ausschluss von vergewaltigern, durch das errichten von schutzräumen und definitionsmacht dem problem der gewalttägigen, unter kapitalen verhältnissen geborenen sexualität auf die schliche zu kommen: "Am Ende einer Debatte, die nie eine war, weil die Teilnehmer gegen das Argument genauso resistent sind wie gegen die zur Verhandlung stehende Realität, herrschen Haß und Feigheit; das Begriffsarsenal ist auf zwei Wörter, Partriarchat und Definitionsmacht, zusammengeschrumpft. Der ganze Jammer des Geschlechter- und Liebeskrieges – auch unter Gleichgeschlechtlichen – bleibt verborgen, ja wird entsorgt durch eine Haltet-den-Dieb-Rhetorik, die im als „Vergewaltigung“ rubrizierten „Lust-Machen“ das Böse schlechthin sieht und eine Gemeinschaft der Unbefriedigten geschmiedet, die im „Täter“-jagenden Halali sich einigt." die beiden trennen im verlaufe des textes einfach wesentlich schärfer zwischen den zwei verschiedenen dimensionen, die die benannte tat in berlin umkreisen: die tat selber (und darin - insoweit stimme ich mit dir überein - mischen sie sich zu weitreichend ein) und die darum existierende politische debatte (der text ist ja schließlich getitelt "Vergewaltigungsdebatten in der Szene: Verdränger werden Verfolger" und nicht "Angebliche Vergewaltigungsopfer werden Verfolger" ). letzterer attestieren sie, das je subjektive innenleben der debattenbeteiligten - und damit meinen sie und das wäre zu kritisieren in teilen eben auch die betroffene - zu politischen kriterien auszuarbeiten und auf diesem wege projektiv ihre inneren konflikte abzuarbeiten. und man mag sagen was man möchte, wenn eine situation als "vergewaltigung" (wie sehr das subjektiv und objektiv die sache auch charakterisieren mag) beschrieben wird, dann spielt nicht bloß das innenleben von bild-lesern und taff-guckern verrückt und entlädt sich nach außen sondern eben auch das von linken.

"Da wird aus der Diskussion um die Infantile Inquisition "...ein nicht enden wollendes Gespräch über einen Fall von schlechtem Sex aus dem Jahr 1998...".
Der Täter wird zum eher komödiantischen "Helden" eines kleinen Schauspiels: "Der Held des kleinen Dramas also hat es noch einmal wissen wollen und alles,was ihm an Charme und körperlicher Ausstrahlung zur Verfügung stand, noch einmal
massiv zum Einsatz gebracht, fast wie in den besten Zeiten. Und es ist ihm gelungen, zum Ziel zu kommen." "


wie das im einzelnen mit dem text von otto zeiger aussieht, kann ich dir erst nach seiner lektüre sagen.

"Aus der, wie auch immer, erzwungenen Penetration wird also ein massiver Einsatz von Charme und körperlicher Ausstrahlung.Und aus dem Bewusstsein des Täter, dass er hier irgendwie eine Grenze klar überschritten hat, leiten Wertmüller und Krug eine lustfeindliche Szenemoral ab: (...) "

"charme" und "körperliche ausstrahlung" attestiert zeiger, die beiden worte tauchen in dem krug/wertmüller-text nicht auf und dementsprechend leiten sie von dort ausgehend auch nichts ab. der besagte abschnitt, indem sie thomas einen "inneren politkomissar" attestieren stellt doch nicht unberechtigterweise die frage: warum sagte thomas nicht "habe ich dir weh getan?", "ich habe gerade ziemliche scheiße gebaut", "ich habe dein 'nein' nicht akzeptiert" sondern er fragte, ob sie das als vergewaltigung ansähe: was wäre denn, wenn sie "nein" gesagt hätte? wäre es dann keine mehr gewesen obwohl er tatsächlich eine begangen hätte? es ist keineswegs absurd, darin eine szenemoral wiederzuerkennen.

"Das du eher an der "Wahrheit" bzw. Gerüchten interessiert bist und dir die subjektive Äusserung eines Opfers nicht reicht, hast du in der Diskussion mehrfach bewiesen."

den "beweis" bist du mir aber schuldig geblieben. im übrigen habe auch ich mehrere male deutlich gemacht, dass es mir nicht um die frage danach geht, wie es im je einzelnen fall aussieht sondern darum, wie "die szene" damit auf abstrakter ebene umgeht.

"Der Text von Sinistra und gigi gehen m.E. zur genüge auf das Thema ein, darum das ganz hier eher fragmentarisch."

was wäre nun gewesen, die texte wären hier nicht verlinkt gewesen? wärst du dann ausführlicher darauf eingegangen? beim überfligen des sinistra-textes fällt mir im übrigen auf, dass der eine abschnitt, der sich mit ausgabe 32 beschäftigt auch eher fragmentarisch gehalten ist.

"Es sei noch angemerkt, das ich kein Interesse an einer Diskussion habe. Da fehlen mir Zeit und Lust zu. Mal ganz abgesehen davon, das es ankotzt dieses Thema wieder und wieder diskutieren zu müssen. So long..."

"immer und immer wieder"? merkwürdig, ich glaube, das war das erste mal, dass ich von dir eine stellungnahme zu der frage von dir mitbekommen habe. ich kann dir da selbstverständlich nichts vorschreiben, aber ich selbst eigne mir sachverhalte nicht an um sie dann bei mir zu behalten weil mir "zeit und lust" fehlt sondern zu dem zwecke, sie weiterzutragen.

wann - sofern du denn "zeit und lust" hast, versteht sich - beantwortest du mir eigentlich die frage, warum nun diese diskussion den sprech von "postantideutschen" plausibel und das lesen der zeitschrift bahamas zu einem untragbaren unding macht? das habe ich noch nicht ganz verstanden...

20.3.07 16:51

bisher 11 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Flo (20.3.07 17:14)
In anbetracht der Tatsache, dass sich meine Erwähnung dass du inhaltliche Kritik nicht zulässt auf der Annahme beruhte, dass ein längerer Text von mir, den ich zu der Problematik "Bahamas" Autoren-"Kollektiv" und Otto Zeiger, etc. schrieb, scheinbar nicht zugelassen wurde. Hat sich dieses Mißverständnis anschließend nunmehr geklärt. Schade, dass nur das "dumme Rumgepöbele" meinerseits überblieb und nicht die etwas fundiertere Version, die sich nicht mit seltsamen Halbsätzen abgab. Aber so ist wohl das World-Wide-Web, da geht einiges verloren.

Ich rate dir dringends an, dich mit Otto Zeigers Text zu beschäftigen und vielleicht auch in Anschluss an deinen Text noch einmal deinen Standpunkt darzulegen.

Das es sich bei der Bahamas um eine Plattform handelt, innerhalb derer Texte veröffentlich werden können, zeigt trotzem welches Geiste Kind sie sind, wenn bestimmte Texte (eben der Kritiktext oder weitergehende Text an der "Infantilen Inquisition") nicht abgedruckt werden.

Dann schließlich geht es nicht mehr darum anzustoßen oder hinzuweisen, sondern einfach um billigsten, polemischen, identitären Unsinn.

Punkt.

Ich kann Gute Fee in manchen Punkten zustimmen, sehe aber bei euerer Auseinandersetzung vor allem einen durch Befindlichkeiten gekennzeichneten Unsinn.


Dissensprinzip / Website (20.3.07 17:32)
moment, also sind "flo" und "gute fee" nicht die selbe person. das ist nun widerum ein irrtum meinerseits. naja, ich habe die stataments ja stück für stück beantwortet und hoffe, dass es den beiden möglich ist, meine fehlannahme miteinzubeziehen.


Dissensprinzip / Website (20.3.07 21:25)
nun nochmal in aller ruhe, ich musste eben relativ zügig das haus verlassen und hatte daher nicht mehr die zeit dir, flo, zu antworten.
also zunächst einmal ein "sorry" meinerseits, denn ich habe irrtümlicherweise gedacht, du und "gute fee" wären die selbe person (lies dir die kommentare in der perspektive durch, dann verstehst du was ich meine ;-)
ich werde gleich versuchen, den beitrag insoweit umzuformulieren, dass es etwas deutlicher wird, welche antwort da an wen addressiert war.


Dissensprinzip / Website (20.3.07 21:27)
diese zeichenbegrenzung kann einen ja echt wahnsinnig machen.

nun zu deinem nachtrag:

"Ich rate dir dringends an, dich mit Otto Zeigers Text zu beschäftigen und vielleicht auch in Anschluss an deinen Text noch einmal deinen Standpunkt darzulegen."

ich habe hier vorerst überhaupt keinen standpunkt dargelegt, sondern lediglich die diskussion zum anlass genommen, ein ganz anderes problem darzustellen. im zuge der antwortwelle habe ich einige inhaltliche statements gegeben, die aber immer noch weit zu eng an meine ausgangsfrage geknüpft sind. ich werde, anstatt den text von wertmüller und krug gegen - in meinen augen ziemlich absurde - vorwürfe zu verteidigen wohl beizeiten mal einige eigene überlegungen zu der frage nach "definitionsmacht", "täterschutz", etcpp. äußern. dann darf "gute fee" auch gerne den übrig gebliebenen "beweis" erbringen, ich hätte der betroffenen berlinerin ihr subjektives empfinden ausreden wollen.

"Das es sich bei der Bahamas um eine Plattform handelt, innerhalb derer Texte veröffentlich werden können, zeigt trotzem welches Geiste Kind sie sind, wenn bestimmte Texte (eben der Kritiktext oder weitergehende Text an der "Infantilen Inquisition") nicht abgedruckt werden. "

dies - also die ablehnung eines kritiktextes - wäre der einzige bisher gefallene, überhaupt halbwegs plausible einwand, der einen pauschalvorwurf gegen die redaktion sinnvoll machen würde: ob es den vorwurf, die redaktion würde vergewaltigung verniedlichen plausibel macht, ist dann nochmal eine andere frage, aber es wäre immerhin etwas, was im engeren sinne als argument gültigkeit hätte.


Dissensprinzip / Website (20.3.07 21:27)
"Dann schließlich geht es nicht mehr darum anzustoßen oder hinzuweisen, sondern einfach um billigsten, polemischen, identitären Unsinn.

Punkt."


und so etwas würde ich unter der bedingung dann auch gelten lassen, beiweitem mehr als irgendwelches geschwätz über "postantideutsche".

"Ich kann Gute Fee in manchen Punkten zustimmen, sehe aber bei euerer Auseinandersetzung vor allem einen durch Befindlichkeiten gekennzeichneten Unsinn."

das herauszustellen war sinn und zweck des ersten beitrages.


K-Star (20.3.07 22:11)
Also, da nun in der Bahamas Vergewaltigungen als "schlechter Sex" verharmlost wurden oder als "lust machen" zur Selbstvergewisserung des Täters verniedlicht, wo ist dein Punkt, dissensprinzip?


bigmouth / Website (20.3.07 22:12)
"mal rein hypothetisch: wenn die phase 2 berlin in der phase2 einen artikel veröffentlichen würde, indem sie sagen würde, dem kapital ist nur durch klassenkampf beizukommen und ein dreiviertel jahr später die antifa(f) schreiben würde, man müsse kapitalisten womöglich im verlaufe der revolution an die laterne hängen: was wäre dann über die phase2 ausgesagt? richtig, nicht viel."

genau, deswegen stehen ja immer so viele israelkritische artikel in der bhms, die dann in der nexten ausgabe argumentativ widerlegt werden. ... sorry, das ist einfach blödsinn. das sind zwei völlig andere zeitschriftenkonzepte. die bhms ist etwa so pluralistisch wie der gegenstandpunkt

ach, auch egal

deine ganzen diskussionsbeiträge (auch im adf) zeugen davon, dass du die welt recht krass durch eine stark getönte brille wahrnimmst, und motive für handlungen und aussagen zusammenreimst, die nur noch ganz ganz wenig mit der realität zu tun haben, bzw einfach abstrusesten interpretationen folgst. es ist wirklich armselig mitzulesen. und da hab ich persönlich keinen bock mehr, gegen anzudiskutieren


Dissensprinzip / Website (20.3.07 22:30)
@k-star: mein "punkt" liegt darin, dass diese vorwürfe nicht einer kritischen prüfung entspringen sondern dem bereits vorgefertigten bild: die bahamas sind blöde sexisten und frauenhasser und deswegen sollten sich "vernünftige antideutsche" von denen ganz dolle fern halten. bei keiner anderen zeitschrift würden solche vereinzelten kritikpunkt zum nachweis genutzt werden, dass man ihnen die veranstaltungen stürmen sollte, ihre autoren allesamt verachtenswert sind und man sie auf keinen fall lesen sollte.


Dissensprinzip / Website (20.3.07 22:31)
@bigmouth: "es ist wirklich armselig mitzulesen. und da hab ich persönlich keinen bock mehr, gegen anzudiskutieren"

dann lass es doch, anstatt es erst zu tun und dann zu sagen, du würdest es eigentlich gar nicht wollen.


perry / Website (31.3.07 19:45)
“Kuck mal wer da spricht” - oder: Wir lernen einen Text lesen.

“Florian hat mich im Dezember 1998 vergewaltigt! Obwohl ich ihm mehrmals gesagt habe, daß ich nicht mit ihm schlafen will, hat er mich gefickt. Hinterher fragte er, ob ich das als Vergewaltigung ansehe, und daß es doch in Ordnung sei, mir trotz eines Neins Lust zu machen. Es ist eine Vergewaltigung, Florian! Es ist in keinster Weise o.k., einer Frau ‘Lust machen’ zu wollen und erst recht nicht, wenn die Frau nein gesagt hat!”

In der deutschen Sprache gibt es zwei Verwendungsweisen für Anführungszeichen. Das eine ist das Zitat. Das andere ist die Distanz zum benutzten Begriff. Der Begriff “Lust machen” wird einmal in indirekter Rede benutzt (hinterher sagte der Mann), einmal in Anführungszeichen. Die Frau zitiert den Mann, der das “Lust machen” als Rechtfertigung für sein Handeln gesagt hat. Es ist absurd, diese Worte der Frau als Ausdruck ihres eigenen Empfindens zu unterstellen. Denn selbst wenn es kein Zitat wäre, wäre es ein Quasi-Zitat: ein Ausdruck denn mensch benutzt, aber um sich gleichzeitig von ihm zu distanzieren. Schon deswegen erscheint die Interpretation der bahamas:

“Die Anklägerin nennt auch ganz klar einen völlig anderen Grund, ihr ‘wurde Lust gemacht’. Gemeinhin nennt man das (sic!) Verführung, und Verführung hat, wenn sie gelingt, zur Folge, daß aus einem Nein ein Ja wird. Die ursprüngliche Intention, nicht mit dem Mann schlafen zu wollen, ist einem neuen Willen gewichen”

vorsichtig formuliert ‘herangetragen’. Dem Text ist jedenfalls nicht zu entnehmen, daß es sich hier nicht um eine Vergewaltigung gehandelt hat. Im Gegenteil.


perry / Website (31.3.07 19:45)
Verführung: Vergewaltigung ist, was Du draus machst?

Aber selbst wenn wir einen Moment so tun, als ob die Frau selbst uns mitgeteilt hätte, ihr wäre gegen ihren Willen Lust gemacht worden - was hieße das dann? Gar nichts. Gerade wer weiß, daß viele Menschen Überwältigungsphantasien haben, daß sexuelle Wünsche nicht so einfach und gradlinig sind, müßte doch erkennen: Lust ist kein Hinweis darauf, daß keine Gewalt vorlag. Viel mehr kann es für ein Opfer einer Vergewaltigung umso schlimmer sein, ihre (oder auch seine) körperliche Reaktion nicht unter Kontrolle zu haben, sondern dem Vergewaltiger noch den Triumph geben zu müssen, seinem Opfer ‘Lust’ gemacht zu haben. (Wenn Les Madeleines behaupten, daß für Vergewaltiger geteilte Lust generell keine mehr wäre, so irren sie schlichtweg. Das ist durchaus ein Triumph der Herrschaft: Daß der Körper des Opfers dem Vergewaltiger recht zu geben scheint). Zusätzlich zu der traumatischen Erfahrung des Vergewaltigungsopfers, daß die Integrität des eigenen Körpers verletzt wurde, kommt die Scham, das Entsetzen, die Selbstvorwürfe usw.. Die sind zwar Quatsch, weil für körperliche Reaktionen niemand etwas kann, und auch Überwaltigungsphantasien keineswegs das Bedürfnis nach Vergewaltigung ausdrücken. Trotzdem scheinen viele Leute zu denken, daß Lust ein nachträgliches “Ja” ist, und die Opfer dürfen sich dann auch noch mit sowas rumschlagen.
Schon wieder alles andere als ein Beweis dafür, beim vorliegenden Fall handele es sich gar nicht um eine Vergewaltigung, sondern um eine Verführung.

Aber um den Fall geht es der bahamas gar nicht:

“Der Autoren [des bahamas-Artikels] Neugier ging nicht soweit dem wirklichen Sachverhalt hinterherzurecherchieren. Sie beziehen sich aber auf ein kursierendes Gerücht...”.

So sieht die gesicherte Quellenlage aus, von der die bahamas-Autoren Justus Werthmüller und Uli Krug dem geneigten Publikum erzählen, wie “es” wirklich war. Ein absurde Interpretation eines Textes und ein Gerücht.

http://www-user.uni-bremen.de/~w30s/13/backe.htm

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