Nachdem mir nun schon Leute vorwerfen, lediglich Reproduktion statt Eigendynamik auf meinem Weblog (ob es überhaupt einer ist, steht mittlerweile auch schon zur Disposition ) zu betreiben, möchte ich zwischen die ganze nervenaufreibende Diskussionskultur mal wieder ein Gedankenfragment einschmeißen:
Der Faschismusbegriff, wie er vom bürgerlichen bis ins linke bzw. kommunistische Spektrum für verschiedenste, geschichtliche Gesellschaftsformationen genutzt wird, ist Humbug. Weder werden damit hinreichend der National Sozialismus, noch der politische Islam, noch die panarabistisch-nationalistischen Bewegungen oder womöglich sogar das stalinistische Russland gekennzeichnet. Die faschistische Ideologie, wie sie in ihrer Entstehung von Zeev Sternhell nachgezeichnet (1 , 2) wurde verbindet völlig andere Konstellationen von Ideologien, ein anderes Verhältnis zu Ästhetik und Moderne und vor allem eine andere Stellung zum kapitalistischen Gesellschaftsprozess. Auch Antisemitismus als konstitutives Element der nationalen Gemeinschaft ist im historischen Faschismus mussolinischer Prägung nicht zu finden.